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Wiedergeburt - Die Beweise

Ian Stevenson, der Kopernikus eines neuen Weltbildes

Ich möchte nun auf eine Grosstat zu sprechen kommen, die ich derjenigen des Kopernikus gleichsetze. Dieser hatte im sechzehnten Jahrhundert mit Eindeutigkeit festgestellt, dass die Erde sich um die Sonne dreht, entgegen der christlichen Auffassung der damaligen Epoche, dass es sich gerade umgekehrt verhält, nämlich dass sich die Sonne samt den Planeten sowie das Sternenfirmament um die Erde dreht.

Diese Endeckung hat in der Folge - obwohl die Gegenreformation nochmals eine Kehrtwende versuchte - das gesamte abendländische Weltbild verwandelt. Gleichzeitig läutete sie die Herrschaft des sich erst drei Jahrhunderte später herauskristallisierenden wissenschaftlich ausgerichteten Weltbildes ein, laut dem nur das als bewiesen zu gelten hat, was mit technischen, also neutralen Mitteln auf seine Richtigkeit überprüft werden kann.

Für Glaubens- und Verkündigungsvorstellungen war darin kein ernstzunehmender Platz mehr. Der Verstand als das Wahrzeichen der Wissenschaftlichkeit verdrängte den Glauben an Überirdisches, Wunderhaftiges, Numinoses, ja selbst an das Göttliche bzw. an Gott. Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod mit einem möglichen Kontakt mit Verstorbenen oder gar die Rückkehr eines solchen in einen neuen Körper - also mögliche wiederholte Erdenleben -  passten nicht in dieses wissenschaftliche Weltbild. Denn nichts von diesen Dingen liess sich mit technischen Geräten - jenen Verlängerungen des menschlichen Verstandes - beweisen. Wo es keinen Beweis gab, dasswar auch keine Wahrheit.

Und von den Vertretern des wissenschaftlichen Weltbildes, die noch zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts das Denken der westlichen Welt kontrollieren, werden jene, die noch an alte oder an ganz neue Wahrheiten glauben, die mit nichts zu beweisen sind, als nicht 'ganz zurechnungsfähig' betrachtet. Deshalb sind in ihren Augen solche, die an ein Leben nach demTod glauben oder gar an die Reinkarnation solche 'Bedauernswerte', die nicht richtig denken können, Wunschvorstellungen anhängen oder vor der Wirklichkeit fliehen. Aus dem gleichen Grund wurden auch sogenannte angebliche Beweise für die Reinkarnation als nichtig erklärt, seien diese auf Basis von sich an frühere Leben erinnernden Kindern erbracht worden oder mittels Trance durch herbeigeführte Rückführungen.

Selbst die überzeugendsten Beweise zur Reinkarnation erschütterten jene, die das Banner des wissenschaftlichen Weltbildes hochhalten, in keinster Weise. Denn was nicht von ihnen mit ihren Mitteln nachzuweisen ist, hat keine Gültigkeit, ist nicht ernst zu nehmen und ist entweder zu ignorieren oder gar zu bekämpfen.

Nun gibt es aber ein ganzes Heer von Wissenschaftlern, die selbst mit dem wissenschaftlichen Weltbild gross geworden waren und anfangs ihrer Karriere ganz diesem Weltbild huldigten, die aber dann aufgrund ihres weiterführenden Interesses oder aufgrund von überragenden neuen Ergebnissen zu Erkenntnissen kamen, die offenbar in dieses wissenschafltiche Weltbild gar nicht hineinpassten. Sich zu solch neuen Erkenntnissen zu bekennen, erfordert grossen Mut. Einer dieser mutigen Wissenschaftler ist der kanadische Psychiater Professor Dr. Ian Stevenson.

Als er sich so aus Neugier 1960 mal mit der Hypothese der Reinkarnation auseinandersetze, hörte er von einem Fall im heutigen Sri Lanka, wo ein Kind sich angeblich an ein früheres Leben zurückzuerinnern vorgab. Nachdem er vor Ort die Eltern dieses Kindes, das Kind selbst und auch jene Eltern, von dem das Kind behauptete, vormals deren Kind gewesen zu sein,  ausgiebig befragt hatte, war er von der Möglichkeit überzeugt, dass es doch eventuell etwas mit der Reinkarnation auf sich haben musste.

Doch wenn man nur einen Fall ins Auge fasste, mochte alles mit Zufall zusammenhängen. Man konnte die Wiedergeburt eines Kindes, das sich an frühere Leben erinnerte, nur dann wissenschaftlich beweisen, wenn man viele dergleichen Fälle vorweisen könnte und Übereinstimmungen oder Unterschiedlichkeiten unter ihnen herzustellen in der Lage wäre.

Dies erforderte eine unermüdliche Arbeit nicht nur hinter dem Schreibtisch, wo man die Fäden zusammenzieht und wissenschaftliche Berichte verfasst, sondern vor allem vor Ort, wo immer jene Orte in der Welt sein mochten. Ein solches Unterfangen würde eine Lebensaufgabe sein, der nachzukommen er auch auf die Mitarbeit von anderen wissenschaftlichen Helfern angewiesen sein würde. Niemals dürfte sich irgendwo Laienhaftigkeit einschleichen.

Je mehr Fällen von Reinkarnation er nachging, desto mehr wurde er von dem wissenschaftlichen Trieb besessen, ein neues  Territorium des Weltgeheimnisses wissensschaftlich zu erschliessen, das bisher von wissenschaftlicher Beachtung ausgeklammert worden war, von dem er aber glaubte, es mit wissenschaftlichen Methoden angehen und auch wohl eventuell beweisen zu können.

1960 veröffentlichte er zwei Artikel über Kinder, die sich an frühere Leben erinnerten in der Zeitschrift Journal of the American Society for Psychical Research. Parapsychologen und seinen Darlegungen gegenüber geöffnete Mediziner mögen ihn ermutigt haben, weiterhin sich dieses neuen Forschungsgebiets anzunehmen.

Doch erst 1974 trat Stevenson mit seinem Buch Twenty Cases Suggestive of  Reincarnation (deutscher Titel Reinkarnation - der Mensch im Wandel von Tod und Wiedergeburt - 20 überzeugende und wissenschaftlich bewiesene Fälle, Freiburg 1978) an die Öffentlichkeit. Dieses Buch machte Stevenson, wo immer sein Buch erschien, schnell bei jenen Leuten bekannt, die sich für dieses Gebiet immer interessiert hatten und nun froh waren, aus dem wissenschaftlichen Lager solch eine wissenschaftliche Untersuchung zur Reinkarnation vorgelegt zu bekommen.

Stevenson ist in seiner Beschreibung der Fälle äusserst vorsichtig, etwa voreilig auf die Tatsächlichkeit der Reinkarnation schliessen zu wollen. Er nennt diese untersuchten Fälle 'suggestive to reincarnation', also Fälle, die die Reinkarnation nahelegen könnten. Hätte er damals mit Überzeugung geschrieben, dass er durch seine Forschungen bereits von der Tatsächlichkeit der Reinkarnation überzeugt sei, hätte man ihm eventuell seinen Lehrstuhl an der Universität von Virginia in Charlottesville/USA aufgekündigt. Aber er wollte sich ja auch noch nicht festlegen mit einer solchen Behauptung, vielmehr war ihm klar, dass mit dem Gebiet der wissenschaftlichen Erforschung der Reinkarnation sich noch viele dazugehörige Fragen auftaten, denen er noch in allen Einzeheiten nachzugehen hoffte. Viele seiner Forschungsergebnisse stellte er den Fachkreisen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften vor.

1987 erschien sein zweites Buch mit dem Titel Children who remember previous lives (auf deutsch Wiedergeburt - Kinder erinnern sich an frühere Leben, Grafing 1989), von dem er sagt: "Dieses Buch ist für den Mann von der Strasse geschrieben." Denn inzwischen war das Interesse in der Bevölkerung an Reinkarnation sprunghaft gestiegen, Hundertausende besuchten in Amerika Rückführungsseminare oder Einzelrückführungen, in denen sie eigene Erfahrungen aus früheren Leben nachvollziehen wollten, und das Fernsehen berichtete über interessante Fälle auf diesem Gebiet. Man wollte mehr über die Reinkarnation gerade von solch einem Experten wie Stevenson wissen, der sich im grossen und ganzen hinter seiner Wissenschaftlichkeit verborgen hielt.

In diesem Buch - einem Meilenstein auf dem Forschungsgebiet der Reinkarnation - stellt er dem Leser in verständlicher Weise die interessantesten Fälle seiner Forschung vor, Fälle, die er zum Tei schon in Fachzeitschriften veröffentlicht hatte. Dieses Buch wie auch jene Artikel waren nur Produkte, die er nebenbei verfasste. Denn schon lange arbeitete er unermüdlich an seinem grossen Lebenswerk, das er noch zu vollenden hoffte, bevor auch er das jetzige Erdenleben verlassen und nach seinem Tod die ganze Wahrheit erfahren würde, die unserer irdischen Kurzsichtigkeit noch vorerst vorenthalten bleiben muss.

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Page revision: 20-07-2007
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