| Carol Bowman erzählt in ihrem Buch Ich war einmal - das ich allen Eltern zu lesen empfehle -, wie sie durch die panischen Ängste ihrer Kinder zur Akzeptanz der Reinkarnation gekommen ist. Ausser ihrer neunjährigen Tochter Sarah hat sie einen Sohn mit Namen Chase. Der 4. Juli wird als der Tag der Gründung der Vereinigten Staaten in jenem Lande alljährlich mit Paraden, Volksbelustigungen, Tanzen und Feuerwerk gross gefeiert, wobei auch die Kinder nie zu kurz kommen. So wurde auch in Ashville, North Carolina, wo Carol und ihr Mann Steve mit den Kindern zu Hause waren, dieser Nationalfeiertag jedes Jahr mit grossem Pomp begangen. Der Tag klingt für die Kinder gewöhnlich aus, indem bei anbrechender Dunkelheit Jugendliche Kracher und Leuchtkugeln entzünden, bevor ein gigantisches Feuerwerk die Augen aller an den nächtlichen Himmel bannt. Und während nun mit kanonenartigem Getöse die Leuchtkörper in die Höhe geschickt wurden und die Menge ihr Erstaunen in Ausrufen kundgab, begann der kleine Chase auf einmal furchtbar zu weinen. Auf die Frage der Mutter, was denn geschehen sei, gab er keine Antwort. Sie drückte ihn nun tröstend an sich. Doch das Weinen hörte nicht auf, es verschlimmerte sich sogar noch. Carol hatte auf einmal das Gefühl, ihren Sohn sofort nach Hause bringen zu müssen, und sagte zu ihrem Mann, dass sie schon mit Chase vorausgehen wolle. Der Fünfjährige schluchzte weiterhin dermassen, dass sie sich genötigt sah, ihn auf den Arm zu nehmen und nach Hause zu tragen. Dort angekommen, setzte sie sich in den Schaukelstuhl und hielt Chase auf ihrem Schoss. Als das Weinen etwas nachgelassen hatte, fragte sie ihn, was ihm fehle, ob er einen Schmerz verspüre. Doch er schüttelte nur den Kopf. Als sie ihn jedoch fragte, ob der Kanonendonner ihn so erschreckt habe, begann er wieder heftig zu weinen. Es dauerte eine ganze Weile, bis er schliesslich einschlief. Die Mutter führte seinen Tränenausbruch auf die Überanstrengungen des sehr langen Tages zurück, hatte er doch in den vorausgegangenen Jahren bei gleichem Fest nie solches Verhalten gezeigt. Doch einige Wochen später wiederholte sich der gleiche Vorgang. Carol war mit den beiden Kindern des heissen Wetters wegen in ein Schwimmbad gegangen, wo Hunderte von Kindern ihren Badefreuden durch lautes Rufen, Schreien und Gejohle Ausdruck gaben. Plötzlich begann Chase wieder unbändig zu weinen, ja nahezu hysterisch zu schluchzen und zu kreischen, und forderte die Mutter auf, ihn sofort von hier wegzubringen. Vor dem Schwimmbad beruhigte sich der Fünfjahrige allmählich wieder, doch konnte er seiner Mutter auf ihre Frage hin nicht sagen, was ihn eigentlich zu diesem Schreikrampf veranlasst hatte. Auf ihren Vorschlag hin, wieder ins Schwimmbad zurückzugehen, weigerte er sich indes mitzukommen. Carol erinnerte sich an seinen Weinkrampf bei jenem Fest. Sie fragte ihn nun, ob die lauten Geräusche der vom Sprungbrett Herabplanschenden samt den dröhnenden Echoeffekten in dieser Halle ihn so erschreckt hätten, und er nickte. Nun, das war es also! Chase hatte eine Phobie vor lauten Geräuschen entwickelt. Wie konnte dies auf einmal in ihm entstanden sein? Was würde geschehen, wenn er solch einen Weinanfall irgendwo bekäme, wo sie als Mutter nicht zugegen wäre, um ihn in den Arm zu nehmen? Was also unternehmen, um diese Lärmphobie bei ihm schnellstens wieder aufzulösen? Wie es der Zufall so will, hatte sie einige Wochen später bei sich zu Hause einen Hypnotherapeuten zu Gast, der in der Stadt Seminare abhielt und auch Privatkunden in die Wohnung des Ehepaares Bowman kommen liess, um diese dort zu behandeln. Er führte auch Rückführungen in frühere Leben durch, und Carol war nun neugierig, darüber mehr zu erfahren. Als sie mit Norman, so hiess dieser Mann, und ihren Kindern allein am Küchentisch sass, berichtete sie ihm über das eigenartige Verhalten ihres Sohnes bei lauten Geräuschen. Sie fragte ihn, ob er ihr nicht einen Rat geben könne, wie ihm, dem Sohn, zu helfen sei. Und Norman fragte sie und auch ihren Sohn, ob sie damit einverstanden wären, wenn er mit Chase an Ort und Stelle ein Experiment durchführen würde. Und dassman ihm vertraute, willigten beide ein. Norman ordnete an, dass sich der Junge auf den Schoss der Mutter setzen und seine Augen schliessen solle. "Sage mir, was du siehst, wenn die lauten Geräusche dir Angst machen." Es ist ein Phänomen, dass viele Kinder sofort in sich gehen können und Zugang haben zu ihrem Unterbewusstsein, aus welchem sie sich die dort gespeicherten Informationen über frühere Leben hervorholen können. Während Erwachsene oft eine längere Phase des Versenkens nach innen benötigen, um mittels des Alphazustandes an die Speicherungen in ihrem Unterbewusstsein heranzukommen, können Kinder, sofern sie nicht zu motorisch, also zu energiegeladen sind, sich sehr schnell auf ihre inneren Bilder einstellen. Dies mag daran liegen, dass wir Erwachsenen uns nicht vorstellen können, dass solch ein schneller Zugang zu den Speicherungen im Unterbewusstsein überhaupt möglich ist, weshalb wir automatisch eine Blockierung aufbauen, die bei Kindern einfach noch nicht vorhanden ist. Und Chase begann auch sofort sein Leben als Soldat zu beschreiben. Er hielt ein Gewehr in der Hand, an dessen Ende eine Schwertspitze angebracht war, wie er das Bajonett in seinen Worten beschrieb. "Was hast du an?" fragte Norman weiter. Und Chase beschrieb nun mit geschlossenen Augen, dass er zerschlissene Sachen trage und braune Stiefel anhabe. Er schilderte, dass er sich mitten in einer Schlacht befinde, sich im Augenblick hinter einem Felsen verborgen halte, hin und wieder hinter diesem vorsichtig hervorschaue und dann mit seinem Gewehr auf einen Feind schiesse. Carol und Sarah blickten sich erstaunt an. Nie bisher hatte sich Chase über Krieg oder Kampf geäussert, hatte er doch auch gar kein Interesse daran, mit Spielzeuggewehr und -pistole, wie andere Jungen es schon in seinem Alter taten, herumzuschiessen. Er berichtete nun weiter, was er gerade erlebte. Überall krachte es und Blitze zuckten aus Gewehrläufen und Kanonenhälsen. Rufe und Geschrei vermengten sich mit dem Schlachtgetöse. In dem aufgewirbelten Staub und in dem Pulverdampf konnte er nun nicht mehr erkennen, wer Feind oder Freund war. Er hatte grosse Angst und schoss nun auf alles, was sich bewegte. Und er beteuerte, dass er sich gar nicht in dieser Schlacht befinden möchte, wo er auf andere Leute zu schiessen hatte. Es war erstaunlich, was auf einmal aus dem Munde des Fünfjährigen kam, denn er beschrieb jene Schlacht, als ob er diese wirklich jetzt erleben würde. Woher konnte er das alles wissen, der sich doch nie im Fernsehen Kriegsfilme ansah? Und in jenen Filmen wurde doch meistens der Krieg auch noch verherrlicht, während Chase alles andere als begeistert über diesen Krieg sprach. Und plötzlich zuckte er auf dem Schoss der Mutter zusammen - er schilderte, wie ihn eine Kugel in die Hand traf. Er hielt nun als dieser frühere Soldat seine schmerzende Hand, aus der, wie er beschrieb, Blut hervorquoll. Weiterhin berichtete er, wie ein anderer Soldat ihn dann zu einem Verbandsplatz, einer Art Feldlazarett, führte, wo die Verwundeten auf Holzpritschen zu liegen hatten. Notdürftig verbunden, wurde er sogleich wieder in das Schlachtgetümmel zurückgeschickt mit dem Befehl, bei der Bedienung der Kanone mitzuhelfen. Er schilderte nun seine Ängste und gestand auch, dass er seine Familie vermisse. Doch dann wurde er auf einmal unruhig, öffnete die Augen und schaute leuchtenden Blickes umher, als ob er erfreut sei, aus dieser Schlacht gesund entkommen zu sein. Er sprang vom Schoss seiner Mutter herunter, und auf die Frage hin, wie er sich fühle, meinte er "bestens", ergriff einen Keks und lief in sein Zimmer hinüber. Das soeben Vorgefallene hatte insgesamt nur zwanzig Minuten gedauert. Norman war sicher, dass Chase wirklich ein früheres Leben wiedererlebt hatte und dass seine Phobie vor Lärm sicherlich aus diesem Leben stammen könne - denn war er nicht ganz spontan dort hineingeraten, nachdem er aufgefordert worden war, zur Ursache seiner Angst zu kommen? Doch meinte Norman, dass man abwarten solle, um zu sehen, ob sich an dem Verhalten des Jungen etwas ändern würde. Er selbst hatte noch nie mit einem solch jungen Menschen gearbeitet, und es sei für ihn ebenfalls überraschend, wie leicht es gewesen war, den Fünfjährigen in eine frühere Zeit zu versetzen ohne irgendeine hypnotische Induktionsmethode als Hilfsmittel, die er doch sonst bei seinen Klienten für notwendig erachtet. Und Sarah bemerkte, dass Chase doch an jener Stelle, wo er in seinem früheren Leben von der Kugel getroffen worden war, heute ein Ekzem habe. Auch Carol musste jetzt verwundert daran denken, denn Chase hatte seit seiner Geburt einen juckenden Ausschlag an seiner Hand, der ihm immer wieder Anlass gab, daran zu kratzen, bis es blutete. Deshalb hatte sich Carol öfter genötigt gesehen, diese Stelle zu bandagieren. Sie hatte wegen dieser Kratzwunde schon mehrere Ärzte mit ihrem Sohn aufgesucht, aber alle Mittel bewirkten nichts. Auch Allergietests blieben ohne Hinweise auf die Ursache dieser unliebsamen Kratzwunde. Wir werden noch mehr erfahren über Wundmale, die Kinder aus früheren Leben mit in das heutige gebracht haben. In kurzen Worten gesagt, was in meinem "Grossen Handbuch der Reinkarnation" ausführlichst beschrieben ist, gehen Muttermale, seien sie in diesem Leben inaktiv oder - wie in Chases Fall - aktiv, auf ein Leben zurück, wo wir an dieser Stelle eine schmerzliche oder gar traumatische Erfahrung gemacht haben. Meistens geschieht dies in einem sogenannten Opferleben. Bitten wir dann in der Rückführungstherapie den Betreffenden, dorthin zurückzugehen, wo die Ursache dafür zu finden ist, warum er - bleiben wir bei unserem Beispiel - einen Schuss in die Hand erhalten musste, dann gelangen wir in ein sogenanntes Täterleben, in welchem dieselbe Seele - jedoch in einem anderen Leben und in anderer Gestalt - mit ebendieser Hand etwas Liebloses ausgeführt hat. Er hatte vielleicht einem anderen die Hand abgehackt, oder er hatte mit dieser einen Mord oder eine sonstige Untat verübt. Jeder Rückführungstherapeut weiss aus seiner Praxis, dass das Karmagesetz überall für einen gerechten Ausgleich sorgt. Hatte also Chase in sein heutiges Erdenleben ein aktives Muttermal mitgebracht, das ihn noch leiden liess, so war sein Karmaausgleich durch die Schussverletzung in jenem Krieg noch nicht abgegolten, es gehörte also noch ein 'Nachschlag' an Leiderfahrung hinzu, um seine Schuld nun endgültig auszugleichen. Sollte nun das Wiedererleben jener früheren Verletzung die in seiner Hand gespeicherte frühere Schmerzerfahrung aufgelöst haben, dann ist zumeist gleichzeitig auch jene karmische Verschuldung aus früherem Leben mit aufgelöst. Und das Erstaunliche geschah. Innerhalb nur weniger Tage hatte sich das hässliche Ekzem völlig aufgelöst und kehrte auch nie wieder zurück. Und ein noch grösseres Wunder geschah: Die Angst vor lauten Geräuschen war auf einmal für immer verschwunden. Beides überrascht mich keinesfalls, erleben wir Rückführungstherapeuten doch fast täglich solcherlei Wunder. Klienten mit allen möglichen Krankheiten und Störungen psychischer, psychosomatischer und somatischer Art erleben in der Rückführung die Ursachen ihrer heutigen Beschwerden, die meist in ihren früheren Leben aufzufinden sind. Sie können sich in vielen Fällen von diesen durch ein vom Therapeuten gezielt vorgegebenes Vergebungsritual samt Affirmationen umgehend befreien, so dass oftmals eine einzige Rückführung genügt, um eine solche Heilung herbeizuführen. Aber noch ist die Geschichte von Chase nicht zu Ende erzählt. Auch Sarah hatte bei Norman eine offenbarende Rückführung erlebt, über welche im nächsten Kapitel zu berichten sein wird. Carol hatte ihren Kindern ausdrücklich eingeschärft, niemandem gegenüber etwas über das in den Rückführungen Erlebte verlauten zu lassen, damit keiner sie damit aufzog, was ihnen sicherlich Schmerzen verursacht hätte - waren doch die meisten Menschen in ihrem Land noch nicht bereit, Reinkarnation und die mögliche Erinnerung daran zu akzeptieren. Aber in dieser Hinsicht wird sich auf der Welt bald viel ändern, denn die Wahrheiten drängen immer schneller ans Tageslicht, genau wie Keime, die sich durch die Erdkruste emporgearbeitet haben und nun schnell immer grösser werden wollen. Und sie wachsen mit immer grösser werdender Freude heran, wenn Gärtner vorhanden sind, die diese jungen Sprossen liebevoll giessen und ihnen ermutigend zusprechen. Die Familie Bowman zog ein Jahr später nach Philadelphia in Pennsylvania. Als sie sich in ihrem neuen Zuhause eingerichtet und die beiden Kinder unter den Gleichaltrigen Anschluss gefunden hatten, fragte der sechsjährige Chase seine Mutter eines Tages: "Mutter, weisst du noch, wie ich mit Norman gesehen habe, dass ich ein Soldat war?" Carol überkam auf einmal eine Gänsehaut. Seit jener Rückführung mit Norman hatte ihr Sohn nie wieder über sein früheres Leben gesprochen, und sie glaubte daher, dass er schon alles wieder vergessen haben könnte. Und er erklärte ihr, dass er während der Rückführung sein früheres Leben in aller Einzelheit erlebt habe und dass er in einem bestimmten Dialekt gesprochen habe, eben dem, der von Schwarzen verwendet wird. Und dann fügte er hinzu: "Ja, ich war schwarz." Und Carol fragte, ob er denn mit Schwarzen zusammen gekämpft habe. Und Chase antwortete: "Ja. Schwarze und weisse Soldaten haben gemeinsam gekämpft." Und auf die Aufforderung seiner Mutter hin, noch mehr über jene Erlebnisse zu erzählen, meinte er, dass dies alles sei. Das, was in Rückführungen gesprochen wird, ist oft nur ein Auszug von dem vielen, was tatsächlich gesehen, gerochen, gehört, geschmeckt und gefühlt wird. Deshalb rate ich auch allen, sich nach einer Rückführung sogleich Notizen über das soeben Erlebte anzufertigen, dasssonst das meiste wieder der Vergessenheit anheimfällt. Und trotzdem mögen auf einmal wieder vergessene Bruchstücke hervortreten, wie es auch bei Chase der Fall war. Hätte man ihn damals bei Norman ausführlicher befragen können oder ihn gleich darauf nochmals zurückgeführt, wären diese Einzelheiten sicherlich auch noch berichtet worden. Nach dieser Äusserung ihres Sohnes grübelte Carol darüber nach, in welchem Krieg denn wohl Schwarze mit Weissen zusammen gekämpft hatten. Den Beschreibungen ihres Sohnes nach müsste sich die von ihm erlebte Schlacht im Bürgerkrieg 1861 bis 1863 abgespielt haben. Aber hatte man damals schon Schwarze als Soldaten rekrutiert? Wie der Zufall es so will, brachte die Zeitung am nächsten Tag einen ausführlichen Bildbericht über eine Ausstellung zu dem Thema „Die Beteiligung schwarzer Soldaten am grossen Bürgerkrieg“ . Carol zeigte ihrem Sohn die Bilder und fragte ihn, ob ihm das bekannt vorkäme, worauf er ein lakonisches Ja verlauten liess. Ein Jahr darauf, als gerade die Bodenoffensive im Golfkrieg gegen den Irak begonnen hatte, kam Chase von der Schule nach Hause und sagte zu seiner Mutter: "Ich werde mich nie wieder zwingen lassen, Soldat zu sein!" Denn die Jungen in seiner Klasse hatten den Krieg mit aller Begeisterung im Fernsehen mitverfolgt und erzählten sich aufgeregt die letzten Ereignisse. Sie identifizierten sich mit den dort kämpfenden Landsleuten als ihre vorbildlichen Helden. Und ihr Sohn bat sie nun, mit ihm eine erneute Rückführung vorzunehmen, damit er noch mehr über jenes Leben erfahren könne. Carol hatte inzwischen die Rückführungstechniken bei Norman und Roger Woolger gelernt. Sie hatte sich seitdem insgeheim gewünscht, ihren Jungen nochmals zurückzuführen, wollte aber warten, bis er diesen Vorschlag selbst vorbrachte. Nun wusste sie, dass die Zeit dafür gekommen war. Hier handelt es sich um einen Idealfall, indem eine Mutter, welche die Technik der Rückführung erlernt hat, ihr eigenes Kind in frühere Leben zurückführen kann, um so viele Rätsel aufzulösen. Und wem kann sich ein Kind normalerweise mehr anvertrauen als der eigenen Mutter? Erst später, wenn die Kinder Teenager geworden sind und ihre Geheimnisse haben, vertrauen sie sich eventuell einer neutralen Person eher an als der eigenen Mutter. Carol schreibt in ihrem auch für die Reinkarnationsforschung wichtigen Buch Ich war einmal: "Ich wusste aus meinen eigenen Regressionen, dass Rückführungen ungefährlich sind. Das Unbewusste, wo die Reinkarnationserinnerungen gespeichert sind, wählt genau aus, was es dem Wachbewusstsein zugänglich macht, und was nicht; es lässt die Menschen so weit und so tief gehen, wie es notwendig ist, aber auch nicht weiter." Sie liess Chase sich hinlegen, die Augen schliessen und sagte: "Gehe zurück zu jenen Bildern, die du damals mit Norman gesehen hast, aus der Zeit, als du Soldat warst." Diesmal hatte Carol einen Schreibblock auf dem Schoss, um sich alles notieren zu können. Und schon war ihr Sohn mitten in der Schlacht, beschrieb wieder, wie er sich hinter einem Fels versteckt hielt und nur ab und an hervorzuschauen wagte, und gelegentlich, wenn er etwas Feindliches zu erblicken meinte, mit seinem Gewehr darauf zielte und losschoss. Er hat grosse Angst. Und schliesslich trifft ihn der Schuss in sein Handgelenk. Auf einmal wird alles schwarz um ihn. Bis jetzt hatte er kurze Hinweise auf das viele gegeben, was er erlebte. Doch nun verstummte er. Er war damals durch die Handverwundung bewusstlos geworden. Wenn man als Rückführungstherapeut ihn nun, ohne weitere Anstösse zu geben, dort belassen würde, könnte es lange dauern, bis er wieder etwas erlebt, hatte doch diese Bewusstlosigkeit eventuell eine halbe Stunde gedauert. Ich sage darum bei solchen Situationen auch: Ich zähle gleich bis drei, und dann befindest du dich wieder dort, wo du anschliessend wieder etwas erlebst. „Was passiert als nächstes?" fragte nun Carol. Und ihr Sohn beschrieb, wie er mit einer Bandage um die Hand gewickelt zurück in die Schlacht geschickt wurde. Man wies ihn einer Einheit zu, die sich mit einer Kanone zu beschäftigen hatte, welche auf einem Wagen festgebunden war. Anscheinend hatten sich die Kampfhandlungen im Augenblick gelegt. Er beobachtete, wie Hühner auf der Strasse herumliefen. Und er fühlte wieder die Angst, im Krieg sein zu müssen. Die anderen um ihn herum fürchteten sich genauso wie er. Aus einer Eingebung heraus, wie Frau Bowman schreibt, bat sie ihren Sohn beziehungsweise jenen schwarzen Soldaten jetzt, dorthin zurückzugehen, wo er vor dem Krieg gelebt hatte. Diese sogenannten Eingebungen werden uns von unseren unsichtbaren Begleitern - in den meisten Fällen von unseren GeistführerInnen - eingegeben, denn diese sind sehr daran interessiert, uns bei Bewusstseinserweiterungen behilflich zu sein. Und eine jede Rückführung ist eine Bewusstseinserweiterung. Und nun berichtete jener schwarze Soldat über sein Leben, das ich hier kurz skizzieren möchte. Er sieht sich im Jahre 1860 (Er bekommt sogar die richtige Jahreszahl!) in einer Stadt, deren Namen so ähnlich lautet wie 'Colosso'. Dort wohnt er in einem Vorort, in welchem noch andere Schwarze angesiedelt sind. Er besitzt eine Holzhütte mit einer kleinen Veranda, auf der ein Schaukelstuhl steht. Er ist dort als etwa Dreissigjähriger glücklich. Er hat eine Frau und zwei Kinder. Er raucht gerade eine Pfeife. Als Kind ist er in einem Planwagen hierher gekommen. Von Beruf ist er Anstreicher und Tischler. In seiner Freizeit stellt er aus Ton Töpfe her. Und dann sieht er aufgeregt Menschen um ein Plakat versammelt, auf welchem in grossen Buchstaben "Krieg" geschrieben steht. Obwohl er nicht lesen kann, weiss er, was dieses Wort bedeutet. Er weiss auch, um was es dabei geht. Es wird auf diesem Plakat aufgerufen, in die Armee einzutreten und mitzukämpfen. Er ist sehr aufgeregt. Schliesslich findet dieser Krieg statt, um den vielen Hunderttausenden seiner Hautfarbe in den Südstaaten die Freiheit zu bringen. Er meldet sich freiwillig und unterschreibt das Papier - obwohl er den Inhalt nicht zu lesen vermag -, das ihn nun zum Kriegsdienst verpflichtet. Der traurigste Moment seines Lebens, wie er jetzt sagt, ist nun gekommen, als er Abschied von seiner Familie nehmen muss. Die Kinder weinen. Schliesslich kommt er wieder auf das schon bekannte Kriegsgeschehen zu sprechen. Und dann wird er hinter der Kanone von einem Geschoss getroffen und ist auf der Stelle tot. Und nun schildert er, was nach dem Tod mit ihm weiterhin passierte. "Ich schwebe über dem Schlachtfeld. Es ist ein gutes Gefühl, alles hinter sich zu haben. Ich sehe die Schlacht und den Rauch unter mir." Die meisten derer, die ich den Zustand unmittelbar nach dem Tod erleben liess, schwebten über dem Erdenkörper. Auf einmal sind alle vorausgegangenen Schmerzen vorbei, selbst dann, wenn man vorher noch gefoltert worden war. Es ist ein herrlicher Zustand, den man dann ganz besonders geniesst, wenn man noch kurz vorher grosse Todesschmerzen zu ertragen hatte. Man nimmt nun alles wie aus einer höheren Perspektive wahr. Und das besondere Erlebnis besteht nun darin, dass man sich mit Gedankenschnelle überallhin bewegen kann, wo man sein möchte. Wie viele der im Krieg gefallenen Männer haben kurz nach ihrem Tode an Zuhause gedacht, und auf einmal waren sie dort. Sie sahen ihre Familie und wollten ihr mitteilen, dass es ihnen jetzt gutginge. Und in Tausenden von Fällen haben auch Angehörige zu Hause urplötzlich gespürt, dass der angeblich noch im Krieg Befindliche auf einmal bei ihnen war. Manche hörten auch noch deren telepathisch vermittelte Gedanken des Trostes. Und einen Tag später kam das Telegramm mit der Todesnachricht des Betreffenden. Und Chase beschreibt nun weiter, was unmittelbar nach seinem Tode von ihm erlebt wurde. "Ich schwebe über meinem Haus. Ich sehe meine Frau und meine Kinder. Ich verabschiede mich von meiner Familie. Sie sehen mich nicht, weil ich in geistiger Form bin, aber sie wissen, dass ich tot bin." Ist es nicht erstaunlich, aus dem Munde eines Siebenjährigen von erlebten Wahrheiten zu vernehmen, von denen die meisten Kirchenmänner keine Ahnung haben und uns trotzdem die Gewissheit geben wollen, dass sie allein die einzigen Wahrheiten besitzen? Auf wen sollte man also mehr hören, Kindermund oder Kanzelreden? Und der kleine Mann fuhr zum Erstaunen der Mutter fort: "Jeder Mensch muss einmal den Krieg miterleben - er bringt alles ins Gleichgewicht. Man muss nicht notwendigerweise im Krieg sterben, aber ihn miterleben. Du lernst dabei viel über Gefühle. Er gibt dir ein Gespür dafür, wie andere Menschen fühlen. Krieg ist etwas sehr Schlimmes." Im Alphazustand haben selbst Kinder oft ein höheres Bewusstsein. Sie geben dann womöglich Weisheiten von sich, wie sie nur die Weisesten der Erde hätten gesagt haben können. Liest man Durchgaben von jenseitigen Wesen, die durch ein Medium vermittelt oder gechannelt wurden, dann mag man sagen, dass diese Weisheiten aus dem Unterbewusstsein des betreffenden Mediums stammen und es darum fraglich ist, ob ihnen als solche überhaupt eine höhere Wahrheit zugrundeliegt. Doch wenn man miterlebt, wie Kinder, die im Normalbewusstsein eventuell noch sehr wenig von höheren Zusammenhängen verstehen und diese auch nicht auszudrücken vermögen, auf einmal in solch einem Trancezustand über dergleichen Dinge reden, dann wird man sich überlegen, ob nicht doch etwas wahr sein muss an dem, was in vielen weisen Büchern - die von dogmatischen Kirchen meist nicht anerkannt werden - schon geschrieben steht. Ich erinnere mich an eine Neunjährige, die bei mir in Rückführungen schon viel erlebt hatte, wie sie eines Abends bei den Erwachsenen sass, die sich miteinander stritten, und sich schliesslich erhob und vor ihrem Gutenachtgruss noch sagte: "Kriege sind dazu da, um Liebe zu lernen." Und Chase fuhr fort: "Den Zweiten Weltkrieg habe ich ausgelassen. dasswar ich oben. Ich wartete ab, bis ich in einer friedlicheren Zeit zurückkommen konnte. Dazwischen hatte ich noch ein kurzes Leben." Chase erinnerte sich also an ein (Soldaten-)Leben, das noch vor einem anderen Erdenleben lag. Die meisten der Kinder, welche Professor Stevenson aufgrund ihrer Rückerinnerungen untersucht hatte, beschrieben das unmittelbar vor dem jetzigen Erdenleben erlebte Leben. Interessant bliebe zu erforschen, ob auch in Chases anderem Leben seine inkarnierte Seele ein aktives Muttermal an der Hand trug. Nach meinen bisherigen Forschungsergebnissen muss ich davon ausgehen, dass wir so lange von Leben zu Leben an den betreffenden Körperstellen Muttermale mit uns herumschleppen, bis die dahinterstehende Botschaft von der Seele verstanden und darum aufgelöst worden ist. Und dann schlug Chase seine Augen wieder auf. Er fühlte sich sehr wohl, sprang auf und war in seinem Zimmer verschwunden, wo er sich mit seinem neuen Lego-Bausatz beschäftigte. Doch Carol sass noch dassin Verwunderung. Was meinte er eigentlich mit 'oben', wo er bis zu seiner Rückkehr in sein heutiges Leben geweilt hatte? Auch bei Menschen, die an die Reinkarnation glauben, herrscht oftmals noch ein "Heiden-Unkraut", das nicht durch Wissen, sondern durch Vorurteile geprägt ist. Durch Rückführungen - und mag man dafür nur Kinder auswählen - kommen wir zu einem neuen Verständnis der wirklichen Zusammenhänge. Zum Beispiel glauben die Inder noch an die Wiedergeburt eines Menschen als Tier. Das hat sich bei den vielen von mir durchgeführten Rückführungen nie bestätigt. Rabbi Luria, der im sechzehnten Jahrhundert lebte und lehrte, behauptete, dass man als Jude immer wieder als Jude reinkarniert. Ich habe eine ganze Anzahl von heutigen Juden zurückgeführt, und ich muss sagen, dass solch eine Behauptung einfach nicht stimmt. Die Rückführung wird also mit solchen falschen Vorstellungen aufräumen. Viele behaupten, dass man ewig im gleichen Volk, bei der gleichen Rasse, in der gleichen Religion oder in der gleichen Familie wiedergeboren wird. Nun, das Beispiel von Chase, der in seinem vorvergangenen Leben ein Schwarzer war, ist Antwort genug auf diese Frage. Wenn Carol Bowman jetzt die Chance nützen würde, die sich ihr durch die ausgezeichneten Rückführungsqualitäten ihres Sohnes bietet, so könnte sie ihn in den verschiedensten Regressionen auch nach 'oben' in die Zwischenwelten führen, und von ihm mehr Wahrheiten erfahren, als die Universitätsweisheit und alle Kirchenweisheiten der Welt je den Menschen vermittelt haben. Und tatsächlich, Carol Bowman hat noch mehrere Rückführungen mit ihren Kindern durchgeführt und ist dadurch sehr weise geworden und reich an Einblicken in Wahrheiten, die für sie gänzlich neu waren. So fragte sie Chase, nachdem er den Tod in einem anderen Leben erlebt hatte, was denn eigentlich geschehe, wenn wir sterben. Und der Siebenjährige antwortete: "Wenn du stirbst, kannst du selbst entscheiden, was du tun möchtest. Du kannst dir Szenen aus deinem jetzigen Leben noch einmal anschauen, um Antworten auf Fragen zu finden, die dieses Leben betreffen. Du kannst sehen, was mit den Menschen geschieht, die du zurückgelassen hast. Du kannst in geistiger Gestalt zurückgehen, dich von ihnen verabschieden und beobachten, was in Zukunft aus ihnen wird. Wenn du siehst, dass mit ihnen alles in Ordnung ist, bist du frei, die Erdenebene zu verlassen." Und Carol betont, dass dies die Orginalworte ihres Siebenjährigen sind. Unfassbar, aber wahr, kann man hierzu nur sagen. Doch sie fragte Chase weiterhin, was passiere, wenn man wahrnimmt, dass geliebte Menschen grosse Schwierigkeiten haben. Und mit geschlossenen Augen erklärt der Junge, der sich in einem erweiterten Bewusstseinszustand befindet, dass man schnell in einem anderen Körper - er meint den Astralkörper - zurückkehren könne, um bei seinen Geliebten zu sein. Denn in diesem neuen Körper könne man sich sehr rasch bewegen und zu allen Orten schweben, an denen man früher gewohnt hat. Man könne dann beobachten, was dort auf Erden weiterhin geschieht. Jedoch lebe man in einer anderen Zeit als auf der Erde. Man gehe in den Himmel zurück, bevor man sich entscheidet, in einem Erdenkörper zurückzukehren. Unsere Kinder können uns somit zu einem lebenden Schatzbuch geheimen Wissens werden, wenn wir es nur verstehen, darin nachzuschlagen und mit geöffnetem Herzen zu lesen beginnen. Und Carol Bowman, die in einer orthodox-jüdischen Familie aufwuchs, gesteht, dass diese erlebten Rückführungen für sie zu einem Wendepunkt in ihrem Leben wurden.
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