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Lilia

Das "Auserwählte Volk"

Maria: Lieber Vater, erzähle mir über die Geschichte der Juden.

Vater: Mein Liebes, du bist so tapfer. Du begleitest mich auf meiner Flucht vor den Hitlerhäschern. Ich weiss gar nicht, wie ich dir danken soll. Ohne dich hätte ich schon längst den Mut sinken gelassen und mich erhängt oder vergiftet, wie es viele meiner "Art" schon getan haben. Aber ich habe Angst, dir die Leidensgeschichte meines Volkes zu erzählen, denn sie könnte dein Gemüt zerreissen und deinen Lebenswillen hemmen.

Maria: Nein, erzähle bitte. Ich möchte alles wissen.

Vater: Du kennst ja aus deinem Religionsunterricht die Hauptzüge der jüdischen Geschichte von Abraham bis Jesus. So will ich denn dort beginnen, zu der Zeit also, als Jesus starb, als das Land, in welchem unser Jerusalem lag, noch Judäa hiess und eine Provinz des riesigen römischen Imperiums war. Der erste Judenhasser auf dem römischen Thron war Tiberius. Ihn ärgerte es im besonderen, dass die jüdischen Soldaten seiner Heere am Sabbat nicht kämpfen wollten. Nebst anderem hatten die Schriften des ersten namhaften Judenhetzers, Apion von Alexandria, den grössten Einfluss auf ihn, so dass die ersten einschränkenden Verordnungen gegen die Juden und schliesslich ihre Verbannung aus Rom als Folge dieser Einflüsse zu sehen sind. Sein Nachfolger, Kaiser Caligula, dünkte sich ein Gottkaiser und wollte die in Glaubenssachen "störrischen" Juden dazu zwingen, sein Standbild im Tempel von Jerusalem, unserem Allerheiligsten, aufstellen und anbeten zu lassen. Aber dieses Vorhaben konnte noch verhindert werden. Im Jahre 66, zwei Jahre vor Ende der Regierungszeit Kaiser Neros, forderte der Feldherr Florus uns auf, unseren Tempelschatz herauszurücken. Wir weigerten uns. Daraufhin drangen die Römer mit Gewalt vor, was wiederum einen allgemeinen Aufstand unseres Volkes gegen die römische Vergewaltigung mit sich brachte. Ein grosser, vier Jahre währender Krieg hob an, in dem es uns vorerst gelang, alle Römer zu vertreiben. In Caesarea hatten die Römer zwanzigtausend der Unsrigen ermordet, und in der Weltstadt Alexandria wurden über fünfzigtausend Juden vom aufgebrachten Mob umgebracht. Bald aber griffen Vespasian und sein Sohn Titus, an der Spitze gewaltiger Heere, Judäa von zwei Seiten an. Ich sage dir, jener "Jüdische Krieg" wurde mit solcher Härte geführt, dass ich in der Weltgeschichte keine Parallele kenne. In diesem grossen Krieg gelang es Titus im Jahre siebzig, dem Jahrzehnt des grossen Vesuvausbruches und des Untergangs Pompejis, unseren bis zur letzten Stunde verteidigten Tempel zu erobern und damit das jüdische Volk zu besiegen. Wohl über eine Million Juden sind in den Kämpfen gefallen oder von den römischen Siegern niedergemetzelt worden. Fast ebenso viele, vor allem Frauen und Kinder, gerieten in Gefangenschaft und wurden als Sklaven verkauft. Die meisten der gefangenen Kämpfer wurden ans Kreuz genagelt - in ebensolcher Weise, wie Jesus vierzig Jahre zuvor gekreuzigt worden war. Die Männer über siebzehn kamen in die Steinbrüche oder wurden zu einem Galeerendasein verdammt. Anlässlich des Geburtstages seines Bruders gab der Feldherr Titus, Sohn des neuen Kaisers Vespasian, in der Arena von Caesarea ein "Schauspiel", bei welchem zweitausendfünfhundert Juden zum Ergötzen der vieltausend Zuschauer den Löwen vorgeworfen wurden und grauenvoll sterben mussten. Weitere Gefangene schleppte Titus für seinen prunkvollen Einzug nach Rom, wo sie ebenfalls bei Gladiatoren- oder Löwenspielen im Colosseum den Tod fanden. Allein die Festung Masadasskonnte sich aller römischen Belagerung zum Trotz noch drei Jahre lang halten. Aber als es den Angreifern schliesslich doch gelang, diese Feste zu stürmen, beschlossen die ausgehungerten Verteidiger, ihre Frauen, ihre Kinder und sich selbst zu entleiben, bevor sie von Feindeshand fallen, ihre Frauen vergewaltigt und mitsamt ihren Kindern in die Knechtschaft verschleppt würden. Seitdem hat es in unserer leidvollen Geschichte viele "Masadas" gegeben, bei denen wir uns in letzter Verzweiflung selbst den Tod gaben. In Rom verbot man den Juden für alle Zeit, je wieder nach Jerusalem zurückzukehren. Und so hatte sich das Wort des Herren erfüllt, das dassheisst: "Und der Herr wird euch zerstreuen unter alle Völker ...". Das steht im fünften Buch Mose.

Maria: Lieber Vater, mich ergreift das Geschick unseres Volkes.

Vater: Nanu, sie sagt "unseres" Volkes. Sollte sich in ihr das jüdische Blut regen?

Maria: Warum hast du mir nie vorher über die Juden und ihre Religion erzählt?

Vater: Weisst du, damals, als ich deine Mutter heiratete, war ich ganz und gar verliebt in sie. Und als sie unsere Hochzeit davon abhängig machte, dass alle unsere Kinder christlich erzogen würden, dasswilligte ich um der Liebe willen ein. Ich musste ihr eine Erklärung unterzeichnen, wonach ich meine Kinder bezüglich Glaubenssachen in keiner Weise zu beeinflussen trachten würde. Du bist unser einziges Kind geblieben. Mir fiel es schwer, dir nichts über deine väterliche Zugehörigkeit sagen zu dürfen. Das hat mir früher sehr viel Herzweh geschaffen. Aber als der Naziterror gegen die Juden losbrach, war ich nur allzufroh, dass du wie deine Mutter eine Christin warst.

Maria: Erzähle bitte weiter. Ich bin ganz aufgeregt.

Vater: Das Imperium Romanum war ein gigantischer Vielvölkerstaat und vielen Religionen und Kulten wurde darin gehuldigt. Mit der Zeit tolerierte man auch wieder die Juden, und es gab sogar uns gewogene Kaiser wie Caracalla, unter dem wir das Vollbürgerrecht erhielten, Alexander Severus, der unseren Hillel verehrte, oder Konstantin den Grossen, der mit dem Edikt von Mailand im Jahre 313 auch uns die uneingeschränkte Freiheit der Religionsausübung bescherte. Nur nach Jerusalem durften wir noch nicht zurück. Aber mit dem Übertritt Kaiser Konstantins zum christlichen Glauben verbreitete sich das Christentum sehr rasch, und viele, die anderen Glaubensrichtungen gehuldigt hatten, liessen sich taufen. Nur wir wollten uns nicht mitbekehren lassen, was Konstantins Sohn, Kaiser Konstantius, bewog, gegen uns mit harten Massnahmen vorzugehen. Wir durften keine Ehen mit Christen mehr eingehen. Dies war nur der "kleine" Beginn der unzähligen "Auslassungen" christlicher Herrscher gegen  unser Volk. Mit der Ausbreitung und Festigung der Lehre Christi im Namen der ihn vertretenden und alleinseligmachenden Kirche mehrte sich auch das Leid über unserem verstreuten Volk. Das "finstere" und blutige Mittelalter sollte für uns bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts andauern. Als Auftakt zu dieser eintausendfünfhundert Jahre währenden Schreckenszeit unter den Christen kann jene Judenhetze angesehen werden, die der heilige Hieronymus, der Übersetzer der katholischen Bibel, angestiftet hat. Dieser hochgepriesene Kirchenvater, dem sogar ein wilder Löwe friedlich zu Füssen gelegen haben soll, bekannte: "Ich verabscheue die Juden mit einem unnennbaren Hass. Sie haben Gottes Sohn ermordet. Sie sind des Mitleids nicht wert!" In gleicher Weise verkündeten andere "heilige" Kirchenväter ihren Antisemitismus. Zu ihnen gehören der heilige Cyrillus, der heilige Chrysostomos, der heilige Ambrosius, ja, selbst der heilige Augustin war voll der Vorurteile. Aber im christlichen Mittelalter dienten vor allem die Worte des heiligen Hieronymus jedem christlichen Judenhasser als Rechtfertigung seines Vorgehens gegen die "Gottesmörder", denn wenn selbst dieser Heilige, so dachten sie, zu seinen Lebzeiten die Juden so verunglimpft hat, jetzt aber bei Gott im Himmel thront, dann könne die von jenem heraufbeschworene Judenverfolgung auch nur gottgewollt sein.

Ich bin empört! Wie kann man einen solchen Hasser zu einem Heiligen erklären? Ist es denn möglich, dass einer die ganze Bibel übersetzt und das Wesentliche nicht begriffen hat, das sich in dem einen Satz zusammengefasst findet: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"? Kein gläubiger Katholik sollte mehr in die Kirche gehen, bis sich der Papst für diese Verstösse gegen die Lehre Christi entschuldigt hat.

Du hast ganz recht. Aber es wird ein Dreiundzwanzigster den Päpstlichen Stuhl einnehmen, der in einem Bussgebet sagen wird: "Vergib uns die Verfluchung, die wir zu Unrecht aussprachen über den Namen der Juden. Vergib uns, dass wir Dich in ihrem Fleische zum zweitenmal kreuzigten. Denn wir wussten nicht, was wir tun."

Vater Hirschfelder: Wir wurden somit zum Prüfstein der Christen, die zu entscheiden hatten, ob sie der Lehre Jesu oder der des heiligen Hieronymus folgen wollten. Für uns hat es den Anschein, dass sie meistens der letzteren folgten, seien sie Herrscher, Päpste, Geistliche oder einfache Bürger und Bauern gewesen.

Maria: Gab es denn keine toleranten Herrscher?

Vater: Doch, Karl der Grosse und Ludwig der Fromme erwiesen sich uns gegenüber als wohlgesonnen. Und unter den Moslems durften wir zum erstenmal wieder das von ihnen eroberte Jerusalem betreten. Sie erwiesen sich uns gegenüber als viel toleranter und "christlicher" als die Christen. Unter einigen ihrer Herrscher gelangten viele der Unsrigen zu grossem Ansehen. Wo immer man uns duldete, entfalteten sich bald unsere lang zurückgehaltenen Kräfte und dienten unseren Gastländern meist zum eigenen Wohle. Juden wurden zu angesehensten Ärzten und Beratern von Königen, Kalifen und Würdenträgern. Der grösste persische Astrologe, Abul Massar mit Namen, war Jude. Wir waren es, die die Schriften der alten Griechen aus dem Arabischen in die europäischen Sprachen übersetzten und somit das mittelalterliche Abendland mit Platon, Aristoteles und Hippokrates bekannt machten. Wir übersetzten und schrieben selbst Werke zur Philosophie, Mathematik, Medizin, Botanik, Astronomie und Geographie, Werke, die damals an Universitäten studiert wurden. Wir haben den Europäern das arabische Zehnerzahlensystem vermittelt, und wir haben den Weinbau und die Technik der Felderbewässerung und -kultivierung über die Alpen nach Frankreich und Deutschland gebracht, unsere Händler haben Gewürze, Seide, Reis, edle Hölzer und Farbstoffe aus den fernsten Ländern nach Europa geholt, ja, man kann sagen, dass wir es waren - so wir nur Bewegungs- und Handlungsfreiheit hatten -, die den Austausch von Waren und Wissen vermittelten und somit oft auch als Diplomaten und Gesandte eine Annäherung zwischen den Völkern ermöglichten. So wurden wir also zu einer Art Brückenbauer zwischen den Zeiten und Grenzen, eine Eigenschaft, die wir den Gegebenheiten gemäss bis in die Neuzeit beibehielten. Unter dem Kalifat von Córdoba erlebte unser Volk vor tausend Jahren eine Blüte, wie sie seit den Tagen Salomons nicht mehr vorgekommen war. Wir Juden, von den Kalifen gefördert und oft in die höchsten Stellungen gehoben, waren an dem Segen dieses Reiches in mannigfacher Weise beteiligt. Córdoba besass bald die angesehenste Akademie der damaligen westlichen Welt mit einem Bibliotheksbestand von mehr als vierhunderttausend Bänden. Córdoba wuchs zur grössten europäischen Stadt heran und kann seiner architektonischen Pracht, seiner Gelehrsamkeit und seiner Kunstbeflissenheit wegen als das "Athen" des Mittelalters bezeichnet werden. Des Kalifen Wesir (Kanzler) war Chasdai Ben Isaak, der die Staatsangelegenheiten zum Wohle des Reiches leitete. Auch im Nachbarreich Granadasswaren Juden Wesire. Zu dieser Zeit wurde in Toledo unser wohl grösster Dichter geboren. Sein Name war JehudassHalevi. Ich wünschte, ich könnte dir von seiner Lyrik etwas vorlesen. Um die Mitte des zwölften Jahrhunderts fielen die moslemischen Reiche in die Hände der glaubensfanatischen Almoraden, welche alle Juden, die nicht zum Islam übertreten wollten, verjagten. So gelangten zahlreiche jüdische Familien in die nördlich gelegenen christlichen Königreiche, in denen es uns bald schlimm ergehen sollte. Aber davon will ich dir morgen weitererzählen. Wir müssen unserem Pastor dankbar sein, dass er uns bei sich aufgenommen hat. Schon morgen können wir entdeckt und abgeführt werden. Was wir jetzt an Angst vor den Nachstellungen unserer Verfolger durchmachen, haben im Mittelalter Millionen unserer Vorfahren durchmachen müssen.

   Mit dem Beginn der Kreuzzüge setzte auch der Hass gegen uns in verstärktem Masse wieder ein. Man wollte Jerusalem aus der Hand der Araber befreien, brauchte jedoch den "inneren Feind", um die notwendigen Aggressionen anzustacheln. Judenmordende Gruppen zogen von Rouen aus über das Rheinland bis nach Prag und verbreiteten die Parolen: "Bevor wir Jerusalem befreien, wollen wir die Feinde Christi im eigenen Land besiegen. Sie haben Christus ans Kreuz genagelt. Rächen wir uns! Töten wir sie, so sie nicht zu unserem ‘einzig wahren Glauben’ übertreten!" Der aufgehetzte Pöbel beteiligte sich, tötete, wo auch immer er Juden vorfand, und bereicherte sich an der Erschlagenen Eigentum. In Worms mussten die Unsrigen vor den mordenden Christen im Bischöflichen Palais Schutz suchen und sich dort gar verbarrikadieren. Der Bischof versprach uns das Leben, wenn wir uns zu Christen taufen liessen. Nach einiger Bedenkzeit waren wir, achthundert an der Zahl, alle dazu entschlossen, uns selbst zu entleiben. Ebenso geschah es mit tausenddreihundert der jüdischen Gemeinde in Mainz.

Zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts gelangte Innozenz III. auf den Stuhl Petri. Er verkündete: "Die Juden sind gleich dem Brudermörder Kain zu verdammen!" 1205 berief er die Kirchenfürsten zu einer Synode zusammen, auf der das schon Jahre zuvor über die Juden verhängte Verbot der Nichtbeschäftigung von und bei Christen und das Verbot des nachbarlichen Zusammenlebens bestätigt und zudem folgendes beschlossen wurde: Juden dürfen überhaupt keine "christlichen" Berufe ausüben und weder Ackerbau noch ein Handwerk betreiben. Sie müssen hinfort von allen Christen gemieden werden und haben sich ab sofort "durch eine besondere Art der Kleidung von der übrigen Bevölkerung zu unterscheiden". Dies war die Geburtsstunde des sichtbar zu tragenden gelben Judenflecks, also eine Parallele zu unsrem heutigen Judenstern, zu dem später bei den Männern der spitze Hut und bei den Frauen das gelbe Kopftuch hinzukam. Jetzt waren wir allen erkennbar und den Witzen, Anpöbelungen, dem Angespuckt- oder Getretenwerden ausgesetzt. Wurde ein Jude zum Gaudium der Herumstehenden von einem Judenschikanierer geschlagen, so durfte er sich nicht etwa wehren, denn die anderen hätten sich sofort auf ihn gestürzt. Zu Ostern wurde es gang und gäbe, uns mit Steinen zu bewerfen. Wir waren ja an allem schuld. Fanden die Christen einen der ihren von unbekannter Hand ermordet, argwöhnten sie, ein Jude müsse es getan haben. Solchen Gerüchten konnten dann oft Hunderte, wenn nicht Tausende der Unsrigen zum Opfer fallen. Um dreizehnhundert wies England, bald danach Frankreich, all seine Juden aus, und die Vertreiber bereicherten sich an dem zurückgebliebenen Gut. Schlimm erging es uns jedesmal, wenn irgendwo eine Pest ausbrach und das Gerücht verbreitet wurde, die Juden hätten die Brunnen vergiftet. Je verheerender die Pest, desto grösser die Ausschreitungen gegenüber den Juden. Als 1349 die grosse Pest über ganz Europa hinwegzog und wahrscheinlich einem Viertel der Bevölkerung den Tod brachte, gab man vielerorts selbstverständlich uns die Schuld an diesem "Schwarzen Tod". Es kam in über dreihundertfünfzig jüdischen Gemeinden zu einem unvorstellbaren Gemetzel, und man erstach, erwürgte, ertränkte, häutete, räderte, verbrannte, begrub lebendigen Leibes, wen auch immer sie von uns fangen konnten. Wo alle uns verfolgten, wo wir kein gesichertes Zuhause hatten, wurde uns der mosaische Glaube zum einzigen Halt, bei dem wir, so er nur tief genug in unserem Inneren wurzelte, Trost suchen konnten. Je mehr wir zu erleiden hatten, desto eifriger klammerten wir uns an unseren Glauben, seine Gesetzen und Lehren. Hätten wir unseren Glauben aufgegeben, hätten wir nicht nur unseren Gott verraten, sondern auch unseren Bund mit Ihm als unserem einzigen Rückhalt verloren. Wir mussten versuchen, viele Kinder in die Welt zu setzen, damit wenigstens einige den zahlreichen Verfolgungen entgingen und der Same Abrahams nicht aussterben konnte. Nach jedem landesweiten Judenmorden trat wieder eine Pause ein bis zur nächsten Aufhetzung. So geschah es anlässlich der Hussitenkriege, als man uns ebenfalls dafür verantwortlich machen wollte, so geschah es vor allem, als ein Franziskanermönch, Johann von Capistrano, Judenhass predigend von Sizilien aus durch ganz Italien, Deutschland, Ungarn und Polen zog und die Ausrottung der Juden betrieb. Nur die Kinder unter sieben Jahren sollten verschont bleiben und in Klöster gesteckt werden. Er war es auch, der eine "Endlösung" für die Juden konzipierte, der zufolge wir alle hilflos auf hoher See ausgesetzt werden sollten.

Das nun in Europa anbrechende Zeitalter der Renaissance brachte nur für die Christen leuchtende Höhepunkte in ihrer Geschichte. Für uns aber war es eine Weiterführung, ja, in vielem eine Steigerung unserer Erniedrigung und Pein. Aber davon werde ich dir ein andermal berichten.

Maria: Wenn den Juden jeder Beruf verboten war, wie konnten sie sich denn dann ernähren?

Vater: dass wir keinen Grund und Boden erwerben und keinen christlichen Beruf ausüben durften, verblieb uns nur der immer bewegliche Beruf des Händlers und Kleinkrämers, der von Markt zu Markt zieht. Und dass wir durch die uns aufgenötigte Heimatlosigkeit viel zu reisen hatten, konnten wir die Preise der Waren an den verschiedenen Orten miteinander vergleichen und somit das eine hier, das andere dort gewinnbringend erstehen oder wieder verkaufen. Einige von uns wurden so durch Fleiss und Gewerbesinn wohlhabend, erweckten aber zugleich den Neid der Ortsansässigen. Die Vermögenden von uns wurden zu Geldleihern und waren genötigt, einen höheren Zins zu fordern, dassdas mit der Rückerstattung verbundene Risiko zu hoch war. Denn häufig passierte es, dass wir das Verliehene nie wiederbekamen oder bei Rückfragen gar bedroht oder misshandelt wurden. Wollte ein angesehener Schuldner nicht zurückzahlen, so hetzte er das Volk gegen uns auf mit Gerüchten, die "Gottesmörder", "Brunnenvergifter", "Kinderschlächter" oder "Hostienschänder" hätten sich wieder gegen den wahren Glauben versündigt. Wir wurden ermordet, vertrieben oder zwangsgetauft, und unsere Habe kassierte der Reiche noch obendrein. Somit war es für uns nicht gut, Reichtum zu horten, denn irgendwann wurde er uns doch wieder abgenommen. Wir waren genötigt, das Geld sofort wieder zu investieren, und dies machte sich eben oftmals bezahlt. Denn verliehen wir eine Summe, so musste der Schuldner diese bis zu einem gewissen Tag verzinst zurückzahlen, wenn er seine Bürgschaften wie Land, Forsten oder Häuser nicht verlieren wollte, die wir, dass wir sie ja nicht "besitzen" durften, gleich weiterverkaufen mussten und somit zusätzlich daran verdienten. Das gewonnene Geld wurde gleich wieder investiert, und dass wir aus Erfahrung wussten, dass die Investition in einem einzigen Land zu riskant war, ergab es sich, dass wir auch in anderen Ländern, sei es durch eigene, dorthin geschickte Verwandte oder durch dort bereits wohnende Freunde, ebenfalls mit dem Handel begannen. Wurden wir aus einem Land unter Zurücklassung aller Habe vertrieben, konnten wir in dem anderen von unseren Reserven oder Guthaben leben. Somit lernten auch viele von uns mehrere Sprachen, was wiederum dem internationalen Handel zugute kam. Ja, wir waren auch die Gründer des Bankwesens, das sich von Italien aus über ganz Europa verbreitete. Durch den uns aufgenötigten Handel kam das Geld in Bewegung. Die Landesherren erfreuten sich an den gesteigerten Zöllen. Sie verkauften uns Privilegien wie den Bergbau, Gewürzhandel und vieles mehr, die wir wiederum umzumünzen verstanden, so dass auch das Geld vermehrt und die allgemeine Wirtschaft des Landes gehoben wurde. Und oft geschah es, dass der wirtschaftliche Aufschwung auch eine Blüte der Kultur zur Folge hatte. Die Herrscher und die Reichen konnten Aufträge an die Künstler geben, sie konnten Lehrstätten errichten oder als Mäzene wirken. Und es bleibt ein Faktum, dass es jeweils dort zu kultureller Blüte kam, wo man dem Judentum wohlgesonnen gegenüberstand und dieses am Staat und seiner Kultur teilnehmen liess. So geschah es unter Harun-el-Rashid, Karl dem Grossen, den Kalifen von Córdoba und Granada, vielen Renaissancefürsten, so geschah es in Holland nach der Befreiung vom spanischen Joch und vor allem in Deutschland nach unserer Emanzipierung. Wo immer man uns dagegen vertrieb, erlitten Wirtschaft und Handel und damit meist auch die Kultur schwere Rückschläge, so dass man im nachhinein oft bedauerte, uns ermordet oder vertrieben zu haben. Denn der HERR sagte zu Abraham: "Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen." Dieses Wort des HERRN hat sich viele Male ganz deutlich bewiesen, ja, man könnte es sogar als einen Gottesbeweis ansehen. Als zum Beispiel am Ende des neunzehnten Jahrhunderts der Zar die Juden durch Pogrome zur Flucht veranlasste, erlitt die russische Wirtschaft einen schweren Schlag, während die ausgewanderten Juden New York dazu verhalfen, die Handelsmetropole der Welt zu werden. Vielleicht schematisiere ich zu plump, aber es liegt viel Wahres in dem oben zitierten Satz.

Und wendest du diesen Spruch aus dem Alten Testament auf das Gesetz des Karmas an, so wird dir seine Richtigkeit bewusst werden.

   Als Folge der radikalen Missionierung der Spanier nach dem Motto: "Totschlag oder Taufe" hatten sich viele Juden, um ihr Leben zu retten, taufen lassen, waren aber insgeheim den Gesetzen Mose treu geblieben, vor allem aber dem Gesetz, das dassheisst: "Du sollst keine Götter neben mir haben." Denn die Katholiken hatten Jesus schon zu Gottes Sohn, wenn nicht zu Gott selbst erhoben, sie beteten Maria, eine Jüdin, wie eine Göttin an und flehten ihren Schutz und Beistand herbei. Ebenso wurden verschiedene Märtyrer fürbitterisch wie Halbgötter angebetet. Für uns war das ganze Christentum ein in neuem Gewande erscheinendes Heidentum der Vielgötterei. Diese Christen erwiesen sich uns gegenüber als grausamer, als man es je von Barbaren der Vorzeit erwartet haben würde. Sie verstiessen jeden Tag gegen das Gebot ihres Gottessohnes, der vergeblich die Nächstenliebe gepredigt hatte. Bald verfielen nicht nur Juden, sondern auch getaufte Juden, die sogenannten Marranen - das heisst auf deutsch "Schweine" -, den von der Kirche mit aller Emsigkeit initiierten Autodafés. Das waren öffentliche Verbrennungen, denen jeder genötigt wurde zuzuschauen, um ihn in dem "einzig richtigen" Glauben zu stärken und jegliche Gedanken, etwa einer anderen Glaubensrichtung anzuhängen, im Keim zu ersticken. Zehntausende von Marranen wurden auf diese Art hingerichtet. In dem Jahre, als Vasco dassGama Afrika umschiffte und Indien erreichte, wurden alle - etwa zweihunderttausend - Juden aus Aragonien und Kastilien unter Zurückbehaltung ihrer Wertsachen und Gelder ausgewiesen. Die Hälfte von ihnen floh nach Portugal. Dort wurden aber wenig später alle Juden zwischen vier und zwanzig Jahren zwangsumgetauft, also wieder zu Marranen, derer sich in den folgenden Jahrzehnten wiederum das Autodafé besinnen sollte. Jene Juden aber, die diesen Zwangstaufen entrinnen konnten, verliessen Portugal per Schiff und gelangten, so sie nicht von Piraten überfallen, ausgeraubt, ermordet oder wieder als Sklaven verkauft wurden, ins Osmanische Reich, wo sie in Saloniki und in Istanbul grössere Kolonien bildeten und dort bald die Wirtschaft auf das glänzendste belebten. Auch Polen öffnete den überall verfolgten Juden seine Tore und gewährte ihnen die Gleichberechtigung, also die Erfüllung eines lange gehegten Traumes. In diesem Lande Osteuropas, das bald an Macht und Grösse wuchs, konnten wir so hundertfünfzig Jahre lang ungehindert leben und wirken. So wanderten viele der Unsrigen - hauptsächlich aus den deutschsprachigen Ländern - nach Polen aus, wohin sie ihr mittelalterliches deutsch, aus dem das Jiddisch erwachsen ist, mitnahmen. Der tolerante Renaissance-Papst Leo X. gestattete den Druck der ersten Talmudausgabe. Hebräisch wurde jetzt sogar an einigen Universitäten gelehrt, und Luther übersetzte das Alte Testament aus unserer Sprache ins deutsche. Aber in diesem protestantischen Bibelübersetzer sollte uns ein neuer Hieronymus erstehen. In seiner Hetzschrift "Von den Juden und ihren Lügen" gibt er den Rat, alle Synagogen und jüdischen Schulen anzuzünden, die Häuser der Juden zu zerstören und ihnen alle heiligen Schriften zu entreissen. Weiterhin dürfe den Rabbinern kein Recht zu lehren gewährt werden, den jüdischen Händlern solle kein Schutz auf der Strasse zugesichert sein, und man solle uns auch allen Besitz abnehmen und unseren Handel verbieten. Das heisst, wir waren vogelfrei, denn wir hatten keine Rechte mehr, so dass ein jeder mit uns machen konnte, was er wollte.

Das ist ja die Höhe! Auch der Gründer des Protestantismus ist ein infamer Judenhasser. Wer hätte das gedacht! Ich würde ihn am liebsten samt dem Hieronymus und den anderen Scheinheiligen und Hasspäpsten verfluchen, wenn ich wüsste, dass dabei etwas Gutes herauskommen würde.

Nein. Mit Rache- und Verdammungsgefühlen wird nichts gebessert. Den heiligen Hieronymus und Luther rechne ich nebst anderen grossen Judensündern zu den "Radantreibern". Um dir näher zu erklären, was ich darunter verstehe, will ich mir lieber noch ein wenig Zeit lassen.

Vater Hirschfelder: Die katholische Kirche suchte jetzt einen Sündenbock für die Reformation in Deutschland und in der Schweiz. Man suchte ihn nicht etwa, was viel näher gelegen hätte, bei den eigenen Päpsten, wie Alexander dem Sechsten, oder bei dem Ablasshandel, dem zufolge es jedem, der Geld hatte, offenstand, die Vergebung seiner Sünden und Todsünden zu erkaufen, nein, man fand den Schuldigen im wehrlosen Juden mit der Anklage, er habe Luther die hebräische Bibel gegeben, die dieser für sein Reformwerk benötigte. Zur Bekämpfung der sich schnell verbreitenden reformierten Kirchen wurde bald die Societas Jesu ins Leben gerufen, deren Mitglieder nachweisen mussten, dass sie bis ins fünfte Glied keinen jüdischen Vorfahren hatten. Wenn du an die SS und den Ahnenpass denkst, wirst du wissen, wo hier der Hase im Pfeffer liegt. 1553 wurden in Rom auf päpstlichen Befehl hin alle jüdischen Bücher verbrannt. Zwei Jahre später verordnete der ehemalige Generalgrossinquisitor und nun als Papst residierende Paul IV. - von ihm stammt übrigens die Behauptung, dass Christus die Juden wegen ihrer Schuld an seinem Tod zu ewiger Sklaverei verdammt habe - folgendes: Alle Juden hätten ab sofort in allen Städten in ummauerten Ghettos zu leben, und ihre Tore müssten, von Soldaten bewacht, von Sonnenuntergang bis -aufgang verschlossen bleiben. - Erst dreihundert Jahre später sollte diese päpstliche Anordnung endgültig rückgängig gemacht werden.

   Mit dem Anwachsen des Absolutismus erging es uns Juden je nach Laune seiner willkürlichen Herrscher. Der eine erteilte uns Privilegien für teures Geld, der andere vertrieb uns. So wurden zum Beispiel nach dem Dreissigjährigen Krieg alle Juden aus Österreich gejagt. Oft kam es auch zu Pogromen. Oliver Cromwell öffnete uns nach dreihundertfünfundsechzig Jahren wieder den Zugang nach England. dass wir Juden in verschiedenen Ländern zumeist schon den Welthandel von Tabak, Zucker und Edelsteinen samt dem Bankwesen innehatten, wurde es uns nun unter britischer Flagge ermöglicht, unseren Handel auch in die entferntesten Länder der Erde zu erstrecken. Während England einem ungeheuren wirtschaftlichen Aufstieg entgegenging, war die Wirtschaft Spaniens nach der Erschöpfung seiner Goldreserven aus Neuindien und der Vernichtung und Vertreibung der Juden und Marranen immer weiter verfallen. Noch im Jahre 1680 fand in Madrid ein grosses Autodafé statt, wobei der König von der Inquisition gezwungen wurde, die Scheiterhaufen von eigener Hand anzuzünden. Und die Unsrigen, die den Flammentod erdulden mussten, wurden von ihm ob ihrer Tapferkeit zugleich bewundert und bedauert, dass diese tapferen Ketzerseelen um ihres ketzerischen Glaubens willen das Licht des einzig wahren Glaubens scheuten. In der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts wüteten heftige Pogrome durch ganz Polen, bei denen über eine Million Juden bestialisch ermordet wurde. Viele der Entkommenen wandten sich in ihrer Angst wieder westlichen Ländern zu.

   Herrscher und Bischöfe hielten sich an ihren Höfen sogenannte Hoffaktoren. Das waren Juden, die ihnen in finanziellen Dingen zu Rate stehen mussten und darüber hinaus oft hohe Ämter bekleideten. Aber den armen Juden - und sie bildeten natürlich die Mehrheit - spielte man oft übel mit. So befahl Kaiserin Maria Theresia z. B. mitten im Winter, dass alle Juden Böhmens und Mährens das Land zu verlassen hätten. So mussten aus Prag zehntausend Juden in bitterster Kälte und zu Fuss in eine ungewisse Zukunft wandern. In Preussen fanden nur reiche Juden Einlass, und nur ein Familienmitglied durfte jeweils heiraten. Friedrich der Grosse war ein Judenhasser und wurde in diesem Hass auch durch Voltaire bestärkt, der schrieb, die Juden seien nichts als ein barbarisch unwissend Volk der schmutzigsten Habsucht und des verabscheuungswürdigsten Aberglaubens. Friedrich stellte, nachdem er angeordnet hatte, dass Juden nur ein einziges Kind zeugen durften, für uns eine lange Verbotsliste auf. Das Recht auf ein zweites Kind liess er sich mit ungeheuren Summen abkaufen. Bei der Ersten Teilung Polens fielen Österreich, Russland und Preussen unerwünschterweise Hunderttausende von Juden zu, die den absoluten Herrschern ein Dorn im Auge waren. Zwei Jahre vor der Französischen Revolution befahl der österreichische Kaiser, allen Juden einen angemessenen Namen zu geben. Die Reicheren unter uns "durften" sich mittels der bestechlichen Beamten einen wohlklingenden Namen wie Silbermann, Satinstein oder Blumenberg erkaufen, während jenen von uns, die nichts für ihre Namensgebung ausgeben konnten, irgendein Name nach Lust und Laune der Beamten zudiktiert wurde, also Namen wie Grünspan und Schimmelpfennig, über die man sich auch noch in Zukunft lustig machen konnte.

In meinem Bericht bin ich nun am Wendepunkt "unseres" Mittelalters angekommen. Beim nächsten Mal werde ich dir von den drei grossen Ereignissen erzählen, die diese "unsere" Neuzeit eingeleitet haben. Keine Geschichte eines anderen Volkes, auch das der Polen nicht, hat über so viel Leid zu berichten, wie die des von Gott "auserwählten Volkes".

Maria: Warum heisst unser Volk das "auserwählte Volk"?

Vater: Wie freue ich mich, dass sie wieder von "unserem" Volk spricht. Ja, sie gehört zu uns. Sie ist eine wirkliche Sarah (Fürstin). Meine liebe Tochter! Gott hat uns erwählt, um uns zu prüfen, ob wir auch stark genug im Glauben sind, nur Ihm und Seinen uns durch Moses übergebenen Gesetzen zu folgen und nicht - um unser Leben oder Gut zu retten - den Glauben anderer anzunehmen. Wir sind auserwählt, Gott auch in den grössten Drangsalen die Treue zu wahren. Die Geschichte des Christentums hat einige hundert Märtyrer zu verzeichnen, die um des Glaubens willen starben. Aber unsere Märtyrer müssen nach Millionen gezählt werden. Ich bin stolz darauf, Jude zu sein, denn ich kenne kein anderes Volk dieser Erde, das sich im Erdulden und Erleiden so heldenhaft gezeigt hat. Eines Tages werden wir wieder in unser Jerusalem einziehen, denn so ist es uns verkündet worden.

Mit seiner Antwort kann ich mich nicht begnügen. Könntest du mir nicht Marias Frage aus deiner Sicht beantworten?

Jetzt kommen wir zum Kern vieler bisher unbeantwortet gebliebener Fragen. Die Juden, die Zigeuner, die Parias und andere verfolgte Minderheiten dienen den übrigen Menschen als Aufgabe der Nächstenliebe. Jeder, der diese ethnischen, religiösen oder nach Kastenzugehörigkeit verschiedenen Minderheiten bespöttelt, verfolgt oder ihnen gar Unheil zufügt, wird in einem späteren Leben selbst zu jenen "Heimgesuchten" zählen müssen. Was du den anderen tust, soll an dir getan werden. So lautet das Gesetz. Bei den Heimgesuchten findest du es in seiner Anwendung.

Das heisst, dass alle Juden früher gar selbst Christen und damit Judenhasser waren?

Ja, so verhält es sich mit den meisten von ihnen. Es gibt aber auch Juden, die sich dem jüdischen Schicksal aus anderen Gründen angeschlossen haben. Verstossen die Menschen mutwillig gegen die Nächstenliebe und fügen einem Nächsten in Gedanken oder Taten Leid zu, so müssen sie dessen Schicksal einst selbst erfühlen, um lernen zu können. Der "Herr" hat die Juden deswegen zu seinem "auserwählten Volk" erhoben, weil es durch das härteste Leid zu gehen hat und deshalb seiner besonderen Liebe bedarf.

Hat der "Herr" wirklich mit Moses gesprochen?

Zwischen Gott und den Menschen gibt es viele Hierarchien des Geistes. Eine solche hat sich Moses stellvertretend mitgeteilt. In seiner Vorstellung war es Gott.

So hat eine dieser Hierarchien des Geistes das Los der Juden vorausgesehen und vielleicht sogar ihr Schicksal bestimmt?

In den Bereichen des reinen schöpferischen Geistes gibt es keine Zukunft im irdischen Sinne. Der Menschen Zukunft ist auch ihre Gegenwart. Um als Geist "rein" und "gegenwärtig" sein zu dürfen, müssen wir die harten Lektionen der Liebe auf Erden erlernen. Wohl dem, der eifrig lernen will.

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